Case-Management

Diese Seite zeigt die Grundzüge des Case-Management und dient zur Information. Das Case-Management fließt in meine Arbeit hinein, ist jedoch kein eigenes Angebot von mir. 

Was ist Case Management?

Eine bedürfnis- und bedarfsorientierte Beratung einer Klientin, eines Klienten mit komplexeren Problemlagen durch die Koordinierung vielfältiger Unterstützungsleistungen.

Wann ist Case Management indiziiert?

Wenn unterschiedliche Versorgungssysteme
(Professionen) tätig sind bzw. auf der Einzelfallebene mindestens drei
Problemlagen vorhanden sind. Folgende fünf Kriterien müssen bei einem Case
Management auf der Einzelfallebene vorliegen:

  • Eine komplexe Bedarfslage,

  • Beteiligung von mehreren Leistungsanbietern (hohe Akteursdichte),

  • Nicht-Greifen von Regelversorgungspfaden in dem besonderen Einzelfall,

  • fehlende Ressourcen der Klientin  sodass,

    professionelle Hilfe notwendig wird (Subsidiarität),

  • Einwilligung seitens der Klientin, des Klienten.

Welche Phasen gibt es im Case Management?

1. Klärungsphase:

Die Klärungsphase erfolgt am Beginn eines Case Managements. Sie kann schon vor der ersten Beziehungsaufnahme zum Klienten erfolgen, indem mit anderen Fachpersonen die Problemlagen besprochen werden. Hierbei können bereits Screening-Instrumente zur Erfassung
des Bedarfs von Case Management eingesetzt werden. Die Klärungsphase gliedert sich in:

  • Access:

Damit ist die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit Informationsvermittlung über das Case Management gemeint.

  •  Case Finding

Anhand festgelegter Kriterien wir eine Klärung vorgenommen, ob Case Management benötigt wird. Anhand festgelegter Kriterien erfolgt die Einschätzung, ob Case Management benötigt wird.

  • Intaking:

Der Klient wird hierbei über die Aufgaben und Arbeitsweisen in Case Management informiert. Die Hilfsmöglichkeiten werden definiert und besprochen. Dies dient auch zur Abgrenzung des Aufgabenfeldes. Vom Case Manager und von der Klientin (bei Minderjährigen auch vom gesetzlichen Vertreter) werden in dieser Phase die Entscheidungen getroffen, ob und wann das Case Management beginnt.

2. Assessment

Das Assessment erfolgt unmittelbar nach der Aufnahme, es ist eine umfassende Beschreibung und Dokumentation der Versorgungs- und Lebenssituation sowie der Bedarfslage der Klientin. Durch die subjektive erste Erhebung, Bewertung, Dokumentation und Einschätzungen, wie auch die Erhebung der Bedürfnisse, Erwartungen und Wünsche der Klientin soll ein Fall-Verstehen erreicht werden.  Die individuelle Ressourcen- und Problemklärung im Assessment ist die Grundlage für weiterführende Zielformulierungen, sowie der Planung von Unterstützungs- und Leistungsangeboten.

3. Hilfeplanung (Serviceplanung)

Unter Hilfeplanung versteht man die „Planung von Hilfen, Einbeziehung der Kooperationspartner, Aufbau und Gestaltung des persönlichen Unterstützungsnetzwerkes mit institutionellen und professionellen Helfern“. Die Einzelmaßnahmen/-leistungen sind inhaltlich und zeitlich aufeinander abzustimmen.

4. Linking

Das Linking erfolgt im Anschluss an die Hilfeplanung und umfasst alle Aktivitäten, die zu einer besseren Nutzbarkeit der Angebote führen. Es besteht aus vier Teilen, die ineinander übergreifen.

 

  • Vorbereitung:

    Die Einschaltung von Dritten erfordert eine Vorbereitung, damit die Klientin, der Klient sinnvoll damit umgehen kann. Ausreichende Auskünfte, am Besten durch den Anbieter selbst, sollten Sicherheit geben und das Informationsbedürfnis befriedigen und Unklarheiten beseitigen. Die Aufnahmekriterien des Anbieters sollten bekannt sein, und der Vermittlungskontakt sollte im Case Management nachbesprochen werden.

  • Vermittlung:

    Bei der Vermittlung sollte eine möglichst hohe Passgenauigkeit erreicht werden (Matching). Dafür müssen die Bedürfnisse und Ansprüche der Klientin, wie auch der Anbieter bekannt sein.

  • Anpassung:

    Die Zuständigkeit, Qualität und Individualisierung der vermittelten Maßnahme ist durch das Case Management zu gewährleisten. Mitunter muss eine verhandelnde Position eingenommen werden, um die klientinnengerechten Ziele zu erreichen. Eine Anpassung zugunsten der Klientin wird nicht immer möglich sein, weshalb diese unterstützt werden muss, sich an unveränderbare Bedingungen anzupassen.

  • Fallbezogene Vernetzung:

    Werden mehrere parallel laufende Hilfen in Anspruch genommen, müssen diese koordiniert und aufeinander abgestimmt werden. Die Ziele der Anbieter müssen übereinstimmen, und es sollte eine Bereitschaft zu gegenseitiger Kommunikation und Transparenz geben.

5. Monitoring

Aufgabe des Monitorings ist die Absicherung, Prüfung sowie die kontinuierliche quantitative und qualitative Bewertung der vermittelten bzw. organisierten Angebote und Unterstützungen. Es erfolgt im Anschluss an das Linking.

7. Evaluation

Sie umfasst die Bewertung des Prozesses und definiert den Abschluss. Die Evaluation erfolgt:
-wenn die Durchführung der einzelnen Leistungen abgeschlossen und die im Hilfeplan vereinbarten Ziele weitgehend erreicht sind,
-wenn deren Weiterverfolgung verbindlich von anderen Leistungsträgern übernommen wurde, oder
-wenn ein vorzeitiger Abbruch durch die Klientin erfolgt ist. Die abschließende Bewertung beinhaltet die Prüfung und zusammenfassende Beurteilung der Ergebnisse, der im Case Management erbrachten Leistungen, sowie die im Verlauf beobachteten Veränderungen im Hilfebedarf der Klientin. Es ist eine reflektierende Zusammenfassung.