Lehrlingsmediation

 

Seit 2008 haben Unternehmen die Möglichkeit ein Lehrverhältnis am Ende des ersten- oder zweiten Lehrjahres aufzulösen (§ 15a des Berufsausbildungsgesetzes). Für diese außerordentliche Auflösung hat der Gesetzgeber zwingend eine Mediation vorgesehen, wobei Vorgaben für den Ablauf und zeitliche Fristen eingehalten werden müssen.

 

Mein Zugang zu Lehrlingsmediation:

 

Als eingetragener Mediator bin ich allparteilich und zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Im Rahmen meiner Ausbildung absolvierte ich auch die Lehrlingsausbilderprüfung, weshalb mir die Anforderungen, Voraussetzungen und Möglichkeiten einer Lehrausbildung vertraut sind. Zudem verfüge über jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen und sind mir die Unterstützungssysteme rund um die Lehre vertraut.

Kosten:

Ich biete ein Pauschalpaket für die Lehrlingsmediation um € 260,-- an (Umsatzsteuerfrei aufgrund der Kleinunternehmerregelung).

Darin enthalten:

-Vorgespräch mit dem Auftraggeber oder Lehrbeauftragten, 

-Vorgespräch mit dem Lehrling,

-Mediationsgespräch von 60-90 Minuten, im Bedarfsfall ein zweites Mediationsgespräch,

-Nachbesprechung mit dem Auftraggeber oder Lehrbeauftragten,

-Nachbesprechung mit dem Lehrling.

 

In Ausnahmefällen  wird eine Stundenabrechnung durchgeführt.

 

Über Förderungen  bezüglich der Lehrlingsmediation informieren Sie sich bitte bei der zuständigen Wirtschaftskammer.

 

Bitte nehmen Sie rechtzeitig mit mir Kontakt auf, damit für die Vor- und Mediationgespräche ausreichend Zeit zur Verfügung steht.

 

Gesetzliche Regelung:

Die Lehrlings-Mediation bietet die Möglichkeit ein Lehrverhältnis gem. §15a Abs. 3 BAG am Ende des 1. oder 2. Lehrjahres außerordentlich aufzulösen.

In der Mediation sollen die Problemlagen für die Beteiligten nachvollziehbar dargestellt und erörtert werden. Sollte es im Mediationsverfahren zu einer Einigung zwischen Lehrberechtigten und Lehrling  kommen, kann die Mediation beendet und das  Lehrverhältnis weitergeführt werden.

Die Kosten für das Mediationsverfahren sind vom Lehrberechtigten zu tragen.

Das Verfahren einer außerordentlichen Auflösung ist auf Ausbildungsverträge gemäß § 8b Abs. 2 (Teilqualifizierung) nicht anwendbar.

Die außerordentliche Auflösung ist ein mehrstufiges Verfahren und kann gegen Ende des ersten- und zweiten Lehrjahres vollzogen werden, wobei folgende Firsten und Abläufe zu beachten sind.

  1. Verständigungspflicht: Mitteilung über die Absicht einer außerordentlichen Auflösung in Folge  eines Mediationsverfahrens.
    Wann:              spätestens am Ende den 9. oder 21 Lehrmonats
    Wie:                die Mitteilung hat den Namen des Lehrlings, seine Adresse, seinen Lehrberuf, sowie
                           den Beginn und das Ende der Lehrzeit zu enthalten (siehe Formular)
    Wem:             -Lehrling
                           -gesetzlichen Vertreter (bei minderjährigen Lehrlingen)
                           -Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer
                           -Betriebsrat, Jugendvertrauensrat (falls vorhanden)

    -Ablehnung durch den Lehrling: Der Lehrling kann die Teilnahme am Mediationsverfahren schriftlich ablehnen.  Die Ablehnung kann binnen 14 Tagen schriftlich widerrufen werden (es muss darauf geachtet werden, dass innerhalb dieser Frist keine vom Lehrberechtigten zu berücksichtigende Frist abläuft).

  2. Vorschlag/Einigung auf eine Mediatorin, einen Mediator (§ 15 a Abs 5 Satz 5 BAG):
    Der Lehrberechtigte hat dem Lehreling eine gemäß § 8 ZivMediatG  eingetragene Person für die Durchführung des Mediationsverfahrens vorzuschlagen. Der Lehrling kann diese Person unverzüglich ablehnen. In diesem Fall hat der Lehrberechtigte zwei weitere Mediatoren (§ 8 ZivMediatG ) vorzuschlagen, von denen der Lehrling unverzüglich eine Person auszuwählen hat. Wählt der Lehrling keine Person aus, gilt der Erstvorschlag.
    Einzuhaltende Frist: bis spätestens am Ende des 10. Oder 22. Lehrmonats hat der Lehrberechtigte den Mediator mit dem Mediationsverfahren zu beauftragen.

  3. Das Mediationsverfahren:
    Es muss mindestens eine Sitzung stattfinden, sonst kann das Mediationsverfahren nicht beendet werden (wodurch die außerordentliche Auflösung nicht mehr möglich wäre).

    Teilnehmende Personen am Mediationsverfahren:
    - Lehrberechtigter oder in dessen Vertretung eine mit der Ausbildung des Lehrlings betraute Person
    -Lehrling
    -gesetzlicher Vertreter (bei minderjährigen Lehrlingen)
    -auf Verlangen des Lehrlings ein Person seines Vertrauens

    Eine Teilnahmspflicht besteht nur für den Lehrberechtigten oder dessen Vertretung.

    Das Meditationsverfahren endet wenn:
    -der Lehrberechtigte erklärt sich bereit das Lehrverhältnis fortzusetzen
    -der Lehrling erklärt sich bereit, nicht weiter auf die Fortsetzung des Lehrverhältnisses zu
      bestehen
    -die Mediatorin, der Mediator - die Mediation für beendet erklärt
    -mit Beginn des 5. Werktages vor Ablauf des 11.bzw. 23. Lehrmonats

  4. Außerordentliche Auflösung/Ausbildungsübertritt gem. § 15 a BAG
    Die Erklärung einer außerordentlichen Auflösung bedarf der Schriftform (Formular). Der Zugang der schriftlichen Auflösungserklärung hat nachweislich ein Monat vor dem Beendigungsdatum zu erfolgen (bestätigt ausgehändigt, oder zeitgerecht eingeschrieben zuzusenden) an:
    -Lehrling
    -gesetzlichen Vertreter
    -Lehrberechtigten
    zu verständigen sind ebenfalls:
    -Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer
    -zuständige Berufsschule (binnen  14 Tagen)

Das Lehrverhältnis endet mit dem letzten Tag des 12. bzw. 24. Lehrmonats

 

Formulare können auf der Webside der WKO heruntergeladen-, oder per Mail von mir angefordert werden:

https://www.wko.at/Content.Node/Service/Bildung-und-Lehre/Lehre/Lehrvertrag/k/Mediation_gesamt.pdf